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2025 | machina eX – You and A.I.
© Christian Knieps



Ein Theater-Game der Gruppe Binge Culture, importiert und neu inszeniert von machina eX

Das Theater-Game You and A.I. handelt von den Möglichkeiten der Beeinflussung digitaler Systeme. Geführt von deinem eigenen Telefon, reisen die Teilnehmer:innen durch Straßen und vorgefundene Räume mit dem Ziel, eine künstliche Intelligenz zu trainieren. Auf ihrer Odyssee in den Kopf einer gefräßigen Lernmaschine lösen sie Rätsel und sammeln Daten. Am Ende müssen sie sich entscheiden, ob sie mit der Maschine verschmelzen oder gegen sie kämpfen wollen.

You and A.I. wurde ursprünglich von der Gruppe Binge Culture entwickelt und realisiert und 2021 in Wellington, Neuseeland, uraufgeführt. Am 15. Mai 2025 fand im FFT Düsseldorf die deutsche Erstaufführung statt, kuratiert und neu inszeniert von machina eX.

Originalkozept von: Joel Baxendale (Regie), Ralph Upton (Dramaturgie), Oliver Devlin (Sound Design), Ian Shepherd (App-Entwicklung), Lucas Neal (Performance Design), Liam Dakin (Grafikdesign), Joe ‚Digl‘ Dixon (Videogestaltung), Pauline Ward (Produktionsmanagement) und Eleanor Strathern (Produktion)

Produktion: machina eX, FFT Düsseldorf.
Gefördert durch den Internationalen Koproduktionsfonds des Goethe-Instituts,
das NRW KULTURsekretariat, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft
des Landes Nordrhein-Westfalen und das Goethe-Institut Neuseeland.
Die Originalproduktion wurde unterstützt von Creative New Zealand, dem Wellington City Council
und CubaDupa.

Beteiligte Künstler:innen:

Performance: Nurettin Akar, Ivo Schneider, Elisabeth Sterzer
Performance (Video): Hannah Kelly, Ralph Upton
Voiceover: Nora Decker, Jan Jaroszek
Künstlerische Leitung: Clara Ehrenwerth
Technische Leitung: Lasse Marburg
Szenen- und Kostümbild: Dilara Göksügür
Sound Design: Matthias Millhoff
Produktionsassistenz: Feyza Oktay
Produktionsleitung: Sina Kießling
Übersetzung: Jana Grohnert

© Christian Knieps
© Christian Knieps

2025 | mare libero – oder eine ziemlich einfache Geschichte
©André Symann

„Von einer Emotionwarteschleife (oder einfach emotionale Nicht-Verfügbarkeit) ist die Rede, wenn Gespräche über Emotionen entgegengenommen oder aufrechterhalten werden, ohne dass das Anliegen der Emotion-Fordernden Person bearbeitet wird. Eine Emotionwarteschleife dient der Information der Emotion-Fordernden Person bezüglich Nichtverfügbarkeit der Emotion-Fordernden Person sowie gegebenenfalls zu Informationszwecken wie zum Beispiel der Wartezeit, bis eine emotionale Verfügbarkeit hergestellt ist.“
In „mare libero“ überbrückt Ivo Schneider die Wartezeit mit einer Live-Art Performance und hinterfragt seine Sozialisierung als Cis Man.

Konzept und Performance: Ivo Schneider

Koproduktion: Maschinenhaus Essen im Rahmen der Mittelzentrenförderung Performance/Tanz

Premieren Datum: 7.03.2025 im Rahmen von somebody@maschinenhaus, Maschinenhaus Essen

Weitere Show: 15.06.2025 WABE Basel

©André Symann
©André Symann
©André Symann

2024 | Franziska Detrez – Franz Kafka: Die Verwandlung

“Ich bin als großer Lacher bekannt.”
– Franz Kafka

Im Gegensatz dazu ist Kafkas Werk nicht gerade für seinen unschlagbaren Humor bekannt. “Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.” – Existentialistisch oder lustig? Vielleicht ist Kafka nicht an einem existentiellen Gefühl der Unzulänglichkeit zugrunde gegangen – sondern hat sich einen großen Spaß aus der allgemeinen Unsicherheit seiner Zeit gemacht. Ein menschengroßer Käfer, der es nicht schafft, aus dem Bett aufzustehen? – Eher lustig. Zumindest in der Fassung von Franziska Detrez. Sie versucht, dem Humor Kafkas auf den Grund zu gehen. Gregor Samsa wird aufgeteilt auf zwei Darsteller:innen und aufgeteilt in inneren Monolog und äußere Erscheinung – auf der einen Seite die Sorgen um Beruf und Familie und auf der anderen Seite das Käferdasein. Die beiden wollen nicht so ganz zusammenpassen. Gerade das macht Kafkas Schreiben so witzig.

“Die Verwandlung. Eine Komödie.” entstand in Kooperation mit dem Interdisziplinären Forschungskolleg: Karl Nimeni – Natur und Kultur der Nacht e.V., unterstützt durch den Freie Szene e.V., gefördert durch das Kulturreferat der Stadt Nürnberg, die Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg und die Dorothea-Herzog-Kulturstiftung.

Gregor A: Eva Paulina Loska
Gregor B: Ivo Schneider
Text und Regie: Franziska Detrez
Kostümdesign: Gina Bockisch
Sounddesign: Andii Weber

Premieren Datum: 30.11.2024 Tafelhalle Nünrberg


2024 | SÄCHSISCHE SCHWEIZ kollektiv – LÄRM

„Als LÄRM oder auch Krach werden Geräusche (Schall) bezeichnet, die durch ihre Struktur (meist Lautstärke) auf die Umwelt (insbesondere Menschen) störend (Störschall), belastend oder
gesundheitsschädigend wirken.“
(Wikipedia: Artikel „LÄRM“)

Sascha und Ivonne haben mehr als nur [piep]schaftliche Gefühle füreinander.
Sie versuchen, einander ihre Liebe zu [piep piep piep], aber sie verstehen sich einfach nicht. [klonk]

[piep piep]

Gefördert durch das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Konzept & Spiel: Ivo Schneider, Saskia Rudat
Bühne: Dorothea Mines, Ivo Schneider, Saskia Rudat
Kostüm: Dorothea Mines
Sound: Kolya Wulf
Licht: Jan Widmer
Assistenz: Pia Heldmann
VK & Outside Eye: Theresa Hupp

Premiere Datum: 25.10.2024 Barnes Crossing Köln


2024 | Rotterdam Presenta – LIERENFELD outre nuit

LIERENFELD. In der Roten Halle bereitet eine Gruppe den Boden für die Versammlung um eine genauso faktische wie mystische Landschaft. Vor Millionen von Jahren lag das Meer direkt neben Lierenfeld. Heute wächst eine Senfgraswiese in einer ehemaligen Autowerkstatt. Manche Veränderungen passieren allmählich, andere plötzlich. Rotter-dam Presenta legen in LIERENFELD unsichtbare und imaginäre Topografien frei. Drei Performer:innen (u.a. Ivo Schneider) und drei Musiker:innen loten das Terrain aus, brechen es auf, horchen nach versteckten Untiefen. Ihre Fühler sind ausgestreckt in alle Zeitlichkeiten und die widersprüchlichen Erzählungen einer Landschaft.

Sie treffen hier auch auf Outre Nuit, eine Arbeit der langjährigen Komplizin Clara Lévy. Im Dunkeln vermisst sie mit dem Klang ihrer Geige den Raum und seine Resonanzen: Moderne und zeitgenössische Kompositionen loten von wechselnden Positionen die Lierenfelder Raumlandschaft aus. Eine Klangwelt, die sich ganz dem Hören als Wohlergehen und Austausch zwischen der Musikerin, ihrem Instrument, dem Raum und den Zuhörer:innen widmet.

Ein Produtkion von Rotterdam Presenta in Koproduktion von FFT Düsseldorf

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das Kulturamt der Stadt Düsseldorf und die Kunststiftung NRW.

Beteiligte Künstler:innen:

Rotterdam Presenta x The Heap: Niels Bovri, Katja Cheraneva, Laurent Durupt, Carina Graf, Stine Hertel, Johanna-Yasirra Kluhs, Clara Lévy, Helmut Schneider, Jan Rohwedder, Dirk Sorge, Ivo Schneider, Laura Strack, Thomas Widera.


2024 | Laundry Clash #8
© Dominik Antoni

Laundry Clash, der Name ist Programm, ist ein monatliche stattfindendes, experimentelles und interdisziplinäres Konzertformat in Waschsalons, bei dem aktuelle Musik und Performance Kunst niederschwellig und konfrontativ zugleich einem breiten Spektrum interessierter Menschen vermittelt wird – innovativ, lustvoll und herausfordernd für Alle.

Bei der achten Ausgabe am 3. Mai 2023 treffen die Vokalartistin Lorenza Izquerido und der Performance Künstler Ivo Schneider aufeinander. Im Waschsalon »Wash&Dry« an der Horststraße 64 in Duisburg kreiert Ivo Schneider im Zusammenspiel mit Lorenza Izquerido verschiedene Bilder und nutz dafür unterschiedliche Materialen, wie Buchenasche und Soda Pulver. Seine performativen Aktionen drehen sich während der einstündigen Improvisation um die Tätigkeit des Waschens von Kleidung als deterministische Handlung innerhalb der Lebensspanne eines Menschen.  

Beteiligte Künstler:innen:

Lorenza Izquerido und Ivo Schneider

Kuration und Organisation:

Marita Bullmann und Florian Walter

Gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und dem Kulturamt Stadt Essen.

© Dominik Antoni
© Dominik Antoni

2023 | DIE VERMESSUNG – Warst du nicht dabei hast du nichts verpasst #nofomo
© DIE VERMESSUNG

Die Vermessung ist ein Performance Projekt, eine fast seriöse Band und vertont in ihrem Album „Felsenfest“ die Veränderung der Umwelt zu eingängigen Songs mit Hitpotential.

Sebastian Gisi, Olivia Ronzani und Ivo Schneider eignen sich das Format der Konzert-Preformance an und entwickeln mit Synthesizer, Piano und Stimme Melodien über einstürzende Bergspitzen, schmelzende Gletscher und ambitionierte Jäger. Dabei inszenieren sie ihre dilettantischen musikalischen Unfähigkeiten gekonnt zu einem kurzweiligen Abend der einen unter Garantie mit mehreren Ohrwürmer entlässt. Die Vermessung spielt an jedem Anlass und Buchungsanfragen können jederzeit an die drei Künstler:innen herangetragen werden.

Konzept und Umsetzung: Sebastian Gisi, Olivia Ronzani und Ivo Schneider

Zum Album »Feslenfest«

Musikvideo »Stärbe in de Bärge«

© DIE VERMESSUNG
© Luisa Cadonau

2023 | INTERVAL °13
© Dominik Antoni

Seit 2013 bietet INTERVAL eine Plattform für internationale Performance-Künstler:innen, um sich zu treffen und Ideen, Strategien und Konzepte auszutauschen.
Für die Ausgabe am 9. September 2023 werden dreizehn internationale Künstler zu INTERVAL°13 eingeladen, um den öffentlichen Raum in Essen in seiner ganzen facettenreichen Vielfalt zu erkunden und in einer 3-stündigen Open Source Gruppenperformance zusammenzuführen.

Konzept und Organisation: Marita Bullmann

Mit:

selina bonelli
Marita Bullmann
Roberta de Lacerda Medina
Kirsten Heshusius
Lorena Izquierdo
Boris Nieslony
Christiane Obermayr
Carlotta Oppermann
Thomas Reul
Evamaria Schaller
Ivo Schneider
Klaut
Stephan US

Datum: 9. September 2023

Website

© Dominik Antoni
© Dominik Antoni

2023 | Kurort Kuratorium – Vibra Alpina
©Kurot Kuratorium

»Vibra Alpina« ist eine temporäre partizipative Installation des Künstler:innen Kollektivs Kurort Kuratorium inmitten der idyllischen Bergwelt der Tauern, welche im Rahmen des Supergaufestival 2023 im Lungau veranstaltet wurde. In unmittelbarer Nähe der Ab- und Zuluftschächte des Tauerntunnels der Schnellstraße A10 konnten die Besucher:innen eine ästhetische Heilanwendung erfahren. Die Installation bestand aus zwei Teilen. Der als Pavillon dienende äußere Teil war an die Form des brutalistischen Baus für die Frischluftzufuhr des Tauerntunnels angelehnt. In den Seitenwänden des regelmäßigen Achtecks war ein doppelter Netzstoff gespannt, durch den ein Moiré-Effekt entstand. Innerhalb des Pavillons befand sich das Sitzmöbel mit bis zu 8 Sitzplätzen. Die Oberflächen der Sitze bestanden aus Recycling Gummimatten, welche mit einem mehrfarbigen Muster bedruckt waren.

Durch geophysikalische Messungen wurden die Schwingungen der durch den Tauerntunnel fahrenden Fahrzeuge aufgezeichnet. Die aufgenommenen Daten in niederfrequente Audiosignale konvertiert, die die farbigen Sitzflächen der »Vibra Alpina« über Körperschallwandler zum Schwingen brachten. Die Autos im Tunnel wurden so zur Quelle der 600 Meter höher stattfindenden ästhetischen Heilanwendung. Die Installation lag 2000 Meter ü.d.M. und konnte von den Besucher:innen durch vereinzelte Shuttle-Fahrten sowie einer 2.5 stündigen Wanderung erreicht werden. Nahmen die Besucher:innen dann auf den Sitzflächen platz, konnten sie sich von der Vibration der Autos mit Blick auf das Bergpanorama massieren lassen. Die Installation lag 2000 Meter ü.d.M. und konnte von den Besucher:innen durch vereinzelte Shuttle-Fahrten sowie einer 2.5 stündigen Wanderung erreicht werden. Nahmen die Besucher:innen dann auf den Sitzflächen platz, konnten sie sich von der Vibration der Autos mit Blick auf das Bergpanorama massieren lassen. Die Installation lag 2000 Meter ü.d.M. und konnte von den Besucher:innen durch vereinzelte Shuttle-Fahrten sowie einer 2.5 stündigen Wanderung erreicht werden. Nahmen die Besucher:innen dann auf den Sitzflächen platz, konnten sie sich von der Vibration der Autos mit Blick auf das Bergpanorama massieren lassen. Die Installation lag 2000 Meter ü.d.M. und konnte von den Besucher:innen durch vereinzelte Shuttle-Fahrten sowie einer 2.5 stündigen Wanderung erreicht werden. Nahmen die Besucher:innen dann auf den Sitzflächen platz, konnten sie sich von der Vibration der Autos mit Blick auf das Bergpanorama massieren lassen. Die Installation lag 2000 Meter ü.d.M. und konnte von den Besucher:innen durch vereinzelte Shuttle-Fahrten sowie einer 2.5 stündigen Wanderung erreicht werden. Nahmen die Besucher:innen dann auf den Sitzflächen platz, konnten sie sich von der Vibration der Autos mit Blick auf das Bergpanorama massieren lassen. Die Installation lag 2000 Meter ü.d.M. und konnte von den Besucher:innen durch vereinzelte Shuttle-Fahrten sowie einer 2.5 stündigen Wanderung erreicht werden. Nahmen die Besucher:innen dann auf den Sitzflächen platz, konnten sie sich von der Vibration der Autos mit Blick auf das Bergpanorama massieren lassen. Die Installation lag 2000 Meter ü.d.M. und konnte von den Besucher:innen durch vereinzelte Shuttle-Fahrten sowie einer 2.5 stündigen Wanderung erreicht werden. Nahmen die Besucher:innen dann auf den Sitzflächen platz, konnten sie sich von der Vibration der Autos mit Blick auf das Bergpanorama massieren lassen. Die Installation lag 2000 Meter ü.d.M. und konnte von den Besucher:innen durch vereinzelte Shuttle-Fahrten sowie einer 2.5 stündigen Wanderung erreicht werden. Nahmen die Besucher:innen dann auf den Sitzflächen platz, konnten sie sich von der Vibration der Autos mit Blick auf das Bergpanorama massieren lassen.

Von und mit: Kai Behrendt, Meriel Brütting, Julia Rautenhaus & Ivo Schneider

Datum: 27. Mai – 4. Juni 2023

Website Kurort Kuratorium

Website Supergau

© Kurort Kuratorium

2023 | Kurort Kuratroium – Kurlabor
© Dominik Antoni

Das Kurlabor ist eine mobile Plattform für diverse künstlerische Formate im öffentlichen Raum und in Innenräumen. Ganz nach dem Prinzip »Sanitas per Artes« entstanden und entstehen in dem Rahmen partizipatorische und performative Interventionen, die sich synästhetisch mit Besinnung, Erholung und Kontemplation auseinandersetzen. Das Kurort Kuratorium hat dafür traditionelle Kuranwendungen und Erholungsmethoden erforscht und diese künstlerisch und performativ übersetzt. In den künstlerischen Anwendungen gehen die vier Künstler:innen der Frage nach, »(wie) kann Kunst heilsam sein?« Dabei werden an der Schnittstelle zu geeigneten Objekten und Materialien Übersetzungen gesucht, um Momente der Erholung und Entspannung herzustellen. Der Aufbau der Installationen im öffentlichen Raum und in Innenräumen zielt auf eine niedrigschwellige Erfahrbarkeit für ein möglichst breites Spektrum an Publikum ab.
Auf einer weiteren Ebene sollen die Rezipient:innen den Ort der Installation aus einer anderen Perspektive wahrnehmen und ihr vorherrschendes Narrativ durch eine positive Erfahrung erweitern. In diesem Sinne erfährt nicht nur der:die Rezipient:in eine künstlerisch heilsame Anwendung sondern auch der Ort selbst.

Von und mit: Kai Behrendt, Meriel Brütting, Julia Rautenhaus & Ivo Schneider

Das Kurlabor wurde gefördert im Rahmen der Prozessförderung 2022 des Fonds Darstellende Künste.

2024 wurden zwei neue künstlerische Kuranwendungen in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang und der WerkStadt Pact Zollverein realisiert.

Datum: Seit April 2023

Website Kurort Kuratorium

© Dominik Antoni
© Dominik Antoni

2022 | DIE VERMESSUNG – Orte, eine Gebrauchsanweisung
© Neues Theater Dornach

«Orte, eine Gebrauchsanweisung» ist die dritte Ausgabe der Sparte «Die Vermessung der Dörfer», von »Das Neue Theater« gemeinsam mit den freischaffenden Künstler:innen Sebastian Gisi, Olivia Ronzani, Joan Pallé und Ivo Schneider.

Währende mehreren Wochen durchstreifte das Künstler:innen Team DIE VERMESSUNG die Dörfer der Region. Sie sammelten Eindrücke, sprachen mit Dorfbewohner:innen, liessen sich von der Architektur, Natur und dem Alltagsgeschehen auf den Straßen, Wegen und Dorfplätzen inspirieren. Daraus entstand ein Tableau vivant an künstlerischen Interventionen, das mit »Orte, eine Gebrauchsanweisung« in einer Verschmelzung von Bildender Kunst und Theater präsentiert wird.

Mit «Orte, eine Gebrauchsanweisung» wird das Neue Theater zum Museum und öffnet für einmal alle Räume des Hauses für das Publikum.

Von und mit: Sebastian Gisi, Olivia Ronzani und Ivo Schneider

Szenographie: Joan Pallé

Performer:innen: Thea Heieck, Anna Möll, Damian Schmid& Orell Semmelroggen

Idee & Konzept: Sebastian Gisi

Licht: Jonas Schaller

Musikalische Unterstützung: Cris Arcos

Eine Koproduktion von DIE VERMESSUNG und Neues Theater Dornach.

Datum: 2. – 4. Juni 2022

Trailer

© Neues Theater Dornach
© Neues Theater Dornach

2021 | Palimpsest

Der Tanzpavillon Eden, auch bekannt als Diskothek Holzwurm, ist vielen Menschen in Bad Dürkheim immer noch ein Begriff. Das verfallende Gebäude erhitzt die Gemüter, hält alte Erinnerungen wach oder inspiriert Andere, dem Ort ein neues Leben einzuhauchen. Im Rahmen des Projekts Palimpsest beschäftigen sich die Künstler:innen Saskia Bauer, Fridolin Frevel, Fabian Nehm und Ivo Schneider mit den Geschichten, den Erinnerungen und dem vergangenen Glanz des Gebäudes am Schlossplatz Nr. 2.

Aus den Zeiten vom Cafe Senft, Cafe Ihringer, Diskothek Holzwurm bis zum Tanzpavillon Eden kamen bei den Künstler*in- nen Erinnerungsstücke in jeglicher Form von Erzählungen über Fotografien, Flyer, bis hin zu Getränkekarten zusammen. Das verlassene und für die Künstler:innen weitgehend unbekann- te Gebäude füllte sich wieder mit Leben, wenn auch nur in der Vorstellung.

Am 29. August 2021 kommt es nun im Saal der Burgkirche zu einer temporären Wiedereröffnung im weitesten Sinne.
Die Installation mit dem Titel »Palimpsest«, nähert sich den unterschiedlichen Epochen des Gebäudes am Schlossplatz mitten in Bad Dürkheim. Schicht für Schicht widmen sich die Künstler*innen den vielfältigen Erinnerungen, setzen diese in neue Kontexte, bilden Atmosphären nach oder lassen sich inspirieren, um völlig eigenständige Geschichten auf die leere Hülle gegenüber der Spielbank zu projizieren. Die Besucher sind dazu eingeladen durch ihre Anwesenheit einzutauchen, in den Erinnerungen zu schwelgen oder sich vielleicht auch an der ein oder anderen Darstellung zu reiben und sie durch ihre eigene Perspektive zu bereichern und zu überschreiben.

Von und mit: Saskia Bauer, Fridolin Frevel, Fabian Landmann & Ivo Schneider

Datum: 29. August – 18. September 2021


2021 | Kurort Kuratorium – Zur schönen Freiheit – Der Kurort über der A40

»Zur schönen Freiheit – der Kurort über der A 40« [Link zum Archiv] beschäftigte sich mit dem ästhetischen Potenzial des Ruhrgebiets als Heimat. An der Freiheit, dem Platz hinter dem Hauptbahnhof der Stadt Essen, entstand durch die Initiative des Kurort Kuratoriums ein temporärer Ort der Erholung. Ein Kurort über dem Ruhrschnellweg, der A 40, die Essen im Zentrum teilt. Hierfür wurden durch architektonische Interventionen verschiedene Räume geschaffen.

Ein Torbogen nahm die Besucher:innen in Empfang und leitete sie direkt in den täglich neu angelegten Kurgarten. In Anlehnung an die Kur-Architektur an Nord- und Ostsee waren alle Elemente der Installation in mondänem Weiß gehalten. In der Liegehalle konnte man die Seele mit Blick auf den Ruhrschnellweg baumeln lassen und dem Rauschen des Verkehrs lauschen. Im Conversationssaal wurden Begegnungen an einem ausladenden Runden Tisch ermöglicht, welcher an Veranstaltungen kurzerhand in eine Bühne umfunktioniert werden konnte. Anwohner:innen, Durchreisende, Neugierige, Obdachlose und Arbeitende wurden eingeladen an diesem bisher vernachlässigten und schroffen städtischen Platz zu verweilen. »Zur schönen Freiheit« war auch ein Ort für verschiedene künstlerische Aktionen. Es fanden Lesungen, Konzerte und Performances statt. Im partizipativen Kurprogramm war es möglich, spontan an einer Yogastunde oder einer Meditation teilzunehmen wie auch A40-Bingo zu Spielen. In einem Musée Sentimental wurden Emotionen und Erinnerungen, die die Menschen mit der Freiheit verbinden, dokumentiert und ausgestellt.

Von und mit: Kai Behrendt, Meriel Brütting, Julia Rautenhaus & Ivo Schneider

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen von »Neustart Kultur« des Fonds Darstellende Künste und »Perform Aktiv« des NRW Kultrusekretariats Wuppertal und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Datum: 16. Juni – 11. Juli 2021

Website Projekt

Website Kurort Kuratorium

Beitrag K.West

©Dominik Antoni
© Kurort Kuratorium
© Kurort Kuratorium

2020 | GADU GADU project
© GADU GADU project

gadu gadu steht in der Polnischen Sprache für quatschen oder tratschen. In Zusammenarbeit mit dem Maschinenhaus Essen und dem Offspace KIPISZ aus Łódź entwickelte Ivo Schneider das online Performance Spiel gadu-gadu-project.eu.

Die acht Künstler:innen beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit der Frage, wie sich die Unmittelbarkeit in einem künstlerischen Prozess auswirkt.

Seit 2020 tauschten sich die beteiligten Künstler:innen aus Polen und Deutschland in mehreren Runden spielerisch aus. Die verschiedenen Spielrunden und deren künstlerischen Resultate sind bis auf weiteres auf www.gadu-gadu-project.eu einsehbar.

Das Projekt wird gefördert durch die Mittelzentrenförderung Performance/Tanz.

Beteiligte Künstler:innen:

Marita Bullmann, Alexander Bönninger, Katarzyna Gorczyca, Paweł Grala, Ivo Schneider, Mariia Snisarenko, Paweł Sokołowski und Florian Walter.

Datum: seit 2020

© GADU GADU project
© GADU GADU project

2019 | 10 Positionen

Die seit 2018 bestehende Ateliergemeinschaft Beisingstraße lädt mit 10 Positionnen zu ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung ein. Gezeigt werden neue, im Prozess befindende und alte Arbeiten der verschiedenen Akteur:innen des Ateliers.

Mit der Arbeit »Aktenschrank« beschäftigt sich Ivo Schneider mit der Frage: Was tun mit den vielen Ideen?  Im hinteren Teil der Galerie »Alten Mitte« befindet sich dann tatsächlich auch ein Aktenschrank. Zwei von drei Schubladen sind einem Aktenschrank entsprechend mit den klassischen Hängeregistern ausgestattet, in welchen schon Umgesetzte oder noch auf die Umsetzung wartende Ideen abgelegt wurden. Versehen mit einem symbolischen Polaroid Bild, einer Akten Nummer, einem Titel, Statusbericht und einer kurzen Beschreibung, liegen die unterschiedlichsten Ideen des Künstlers für alle Sichtbar in den Hängeregistern.

Als selbstständiger Künstler und Performer ist Ivo Schneider wie viele andere auch, mit einer Arbeitsrealität konfrontiert, welche keine Sicherheit bietet. Ein Aktenschrank voller Ideen stellt in dem Kontext immerhin eine subjektive Sicherheit dar.

Beteiligte Künstler:innen:

Katarina Atkinson, Adrian Bach, Benjamin Gages, Jan Gerling, Dimitrij Haak, Ekaterina Haak, Dustin Jessen, Dominik Antoni, Ivo Schneider und Florian Wagner

Datum: 3.- 10-8.2019

In Kooperation mit der Alten Mitte 2019

© Ivo Schneider
© Benjamin Gages

2018 | FARBE

Das Rechercheprojekt FARBE untersucht künstlerische Formen und Ästhetiken zwischen Szenografie, Bildender Kunst und Physical Theatre.

Die Künstler:innen Dorothe Mines, Saskia Rudat, Ivo Schneider und Anne Weyler beschäftigten sich in ihrer Forschung auf das Schaffen von Illusionen zur Dimensionsveränderung in Raum & Zeit, Übergängen in der Wahrnehmung von Dreidimensionalität zu Zweidimensionalität sowie von Mensch, Raum, Material und Objekt.

Neben der künstlerisch-inhaltlichen Auseinandersetzung zum dem Themenkomplex Dimensionen und Illusionen, bildete die Reflektion des interdisziplinären, hierarchielosen Arbeitsprozesses einen weiteren Schwerpunkt.

Als Künstler:innengruppe zwischen den Fachbereichen Bildende Kunst, Szenografie und Physical Theatre haben Dorothe Mines, Saskia Rudat, Ivo Schneider und Anne Weyler eine spezifische Arbeitsmethode entwickelt:

„Die Intelligenz des Handelns“ – Der Experimentier-Loop

Über sechs Wochen hinweg wurde folgendes Experimentier-Intervall wiederholt (meist ein bis zweimal täglich):

– Einen frei zugänglichen Pool an Materialien schaffen

– Ein Start-Setting im Raum schaffen, in welchem das gemeinsame experimentieren stattfindet (z.B. Beamer, Licht, herabhängende Folie, Objekte im Raum).

– Einrichten und starten mehrerer Kameras zwecks Dokumentation sowie der Beginn der freien Experimente.

Die Künstler:innen bedienten sich während der Experimentier-Sessions an Prinzipien der physischen Improvisation, Interaktion, Handlung und (bildnerischer- ) Raumgestaltung. Die Künstler:innen konnten das Setting jederzeit betreten oder verlassen. Um die Schwelle für Experimente möglichst niedrig zu gestalten, waren die Abwesenheit von Erwartungen und Bewertung, ein Interesse am Material, Offenheit für Impulse und die Möglichkeit aus dem Moment heraus inspiriert zu agierenwichtige Grundvoraussetzungen. Die Experimentierphasen fanden stets organisch einen Anfang und ein Ende, dauerten meist 1 bis 3 Stunden, und entwickelten oft starke Atmosphären. Anschließend sichteten und organisierten Dorothe Mines, Saskia Rudat, Ivo Schneider und Anne Weyler die Videodokumnetation. Die Künstler:innen besprachen ihre Beobachtungen und Assoziationen (thematisch sowie künstlerisch), werteten das entstandene Material aus und bereiteten – je nach weiterführenden Ideen, Schwierigkeiten und Interessen – das Setting und den Material Pool für das nächste Experimentier-Intervall vor. Nach den sechs Wochen beendeten die Künstler:innen ihre Recherche und archivierten ihre künstlerischen Ergebnisse öffentlich auf einer eigens dafür entwickelten Website.  

Die Erfahrungen und Ergebnisse des Rechercheprojekts FARBE stellen eines der Fundamente der künstlerischen Arbeit von Ivo Schneider dar. Gerade in Stückentwicklungen sind Fragen zur Strukturierung von gleichberechtigen Arbeitsprozessen entscheidend für das Ergebnis. Dabei steht die gegenseitige Wertschätzung der Fähigkeiten im Vordergrund und ist als einer von vielen Bausteinen anzusehen, für eine Zusammenarbeit, in welcher das Ziel ist, das bestmögliche Potential aller beteiligten Akteur:innen zu ermöglichen.

Das Projekt wurde gefördert durch den Fonds Darstellende Künste im Rahmen der Initalförderung sowie dem NRW Landesbüro für Darstellende Künste, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Kulturamt der Stadt Essen.

Kooperationspartner:

FFT Düsseldorf, Barnes Crossing Köln und Maschinenhaus Essen

Beteiligte Künstler:innen:

Dorothea Mines, Saskia Rudat, Ivo Schneider & Anne Weyler

Datum: 2017 und 2018


2017 | SÄCHSISCHE SCHWEIZ kollektiv – Das phänomenale System

«Wer das Geld kontrolliert, kontrolliert die Welt»

In dem Abendfüllenden Stück «Das phänomenale System» nehmen Saskia Rudat und Ivo Schneider das Publikum mit auf eine Reise eines gewagten gedanklichen Experiments: Was passiert, wenn wir als Gesellschaft den Wert des Geldes nicht mehr nur durch unseren Glauben daran bestimmen, sondern an die physische Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Menschen anbinden?

Oder um es kurz auszudrücken: Energie = Geld

Während etwas mehr als einer Stunde verkaufen zwei sympathische Pseudowissenschaftler:innen ihr neues Wirtshaftssystem mit dem Versprechen, dass alles besser wird und vor allem alle plötzlich gleich sind. Dabei entlarven sie ganz unbewusst aber gekonnt die Tragik des vorherrschenden Kapitalismus: Wer viel hat bekommt viel und alle anderen immer weniger.

Konzept, Ausstattung & Spiel: Saskia Rudat und Ivo Schneider 

Musik: Fabian Nehm und Richard Opoku-Agyemang

Outside Eye: Jakob Arnold 

Produktionsleitung: Karlie Marie Wasser

Lichtdesign: Simon Knöß

Mentorin: Sarah Vosding

Herzlichen Dank an alle Crowdfunding Unterstützer:innen!

Speziell bedanken möchten wir uns bei:

Mathias 

Uschi & Lüzza

Jessi & Romano

Unterstützt durch:

Maschinenhaus Essen

Studiobühneköln 

Physical Theatre Netzwerk 

Stadt Essen 

Das Projekt wurde gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen.

Datum: Premiere 13. Oktober 2017

Trailer


2017 | SÄCHSISCHE SCHWEIZ kollektiv – Tiere! – eine theatrale Dokumentation

Wir Menschen interessieren uns für die Tiere, wie sie leben, was ihnen widerfährt, und die Art wie die Menschen über sie sprechen. Dabei fragen wir uns:

Schaut man den Tieren bei der Reproduktion zu, oder bei der Hochzeit?

Merkt jemand den Unterschied zwischen wissenschaftlichem Fakt oder ausgedachtem Nonsens in wissenschaftlichem Sprachduktus? Was passiert, wenn wir versuchen die Tiere zu spielen? Können wir ihre Gefühlswelt nachempfinden? Können wir die Tiere sein? Sind wir etwa Tiere? Projizieren wir den Charakter in das Tier oder hat das Tier einen Charakter? Ist das spannend? Warum dürfen Tiere Dinge tun, die wir nicht tun dürfen? Zum Beispiel Nichts tun? Hat das alles überhaupt etwas mit uns zu tun? Finden wir das lustig oder tragisch wenn Tiere aus sehr merkwürdigen Gründen sterben? Können wir überhaupt glaubwürdig sein, wenn wir Tiere spielen? Sehen sie dann ein Tier oder einen Menschen im Tierkostüm? Eine Performance oder ein Illusionstheater? Ist das ernst oder witzig? Oder witzig weil es so ernst ist? So echt?

Zwei Pinguine, zwei Seesterne, zwei Flamingos und zwei Robben. Außerdem zwei Eier und ein Küken. (Alles eigenhändig angefertigt.) Eine Insel mit Pflanze, zwei Plastikfische, ein Muschelnetz und ein kleiner Plüschpinguin gehören auch noch zum Team. Transkribierte und übersetzte Dokumentationstexte und ein paar selbstgeschriebene pseudowissenschaftliche Texte. Viel Papier also. Ein Laptop und ein Mikrofon. Das ist das Setting des Forschungsraums Bühne mit dem Saskia Rudat und Ivo Schneider sich auf ein schwitzige – spaßige Reise durch die Wunder der Natur begeben

Rezessionen

Manfred Koch – Erlanger Nachrichten

Klischees, weibliche Lust und Pinguinen-Sex

Positive Bilanz: Das Finale des „Arena“-Festivals samt Preisverleihung – 27.06.2017 11:00 Uhr

ERLANGEN – Samstagnachts in der Karaoke-Bar Papagei: Im  Rahmen der Final Night-Party ging mit den diversen Preisverleihungen das dies jährige „Arena“-Festival zu Ende. Ein letzter Blick in die Runde, auf Vorstellungen am Wochenende und die Preisträger.

Schon mal Pinguinen beim Sex zugesehen? Oder Seesternen, wie sie gerade einige Zacken verlieren? Oder Robben, wie sie ziemlich bescheuert irgendwo rumliegen? Saskia Rudat und Ivo Schneider vom „Sächsische Schweiz Kollektiv“ präsentieren im Pacellihaus in ihrer Performance „Tiere! – Ein Stück über Tiere“ auf ihre ganz eigene Weise skurril anmutende Beobachtungen aus dem Tierleben.

Dazu schlüpfen sie im heißen Saal in entsprechende Ganzkörperkostüme mit witzigen Accessoires, rezitieren im knochentrockenen Duktus einschlägig bekannter TV-Tiermagazine die dort aufbereiteten Informationen und spielen dazu pantomimisch gekonnt die vorgestellten Tiere. Eine tolle physische Leistung, gekrönt von still-verschmitztem Humor. Clownesk und sehr komisch!

Konzept, Ausstattung, Regie und Spiel: Saskia Rudat & Ivo Schneider

Assistenz Ausstattung: Saskia Bauer

Datum: Premiere April 2017

Trailer


2016 | Theater Maschine

Auf dem engen Raum im „Artist Run Space“ setzten Saskia Bauer und Ivo Schneider ihre Theater-maschine allein durch Muskelkraft in Bewegung. Über verschiedene Räder, Bänder und Ketten übersetzt, bewegten sich Teile der Maschine, ohne dass eine Funktion offenbar wurde. Kein wirklicher Zweck dieser Maschine war erkennbar – allein die sich selbst genügende Bewegung.
Und wenn die Maschine nicht mühsam durch die beiden Künstler in Bewegung gehalten wurde, blieb das Bild eines komplexen Mechanismus, der gleichwohl extrem fragil bleibt.

Die Schutzkleidung (Schutzbrille, Helm, Handschuhe, Stahlkap-penschuhe und Overall), welche die Künstler bei ihrer Vorführung trugen, diente einerseits dem Schutz vor den Gefahren der Maschine, verstärkte aber auch die rohe Ästhetik der Maschine und erzeugte ein Bild von harter industrieller Arbeit.
Zwischen Skulptur und Perfor-mance, Mechanik und Statik, Kunst und Technik war die Theatermaschine eine Referenz an die harte Arbeitswelt in Sichtweite der großen, fünf Kilometer langen Werkhalle der aufgelassenen Union-Stahlfabrik – witzig und hintersinnig, aber auch sentimental und nostalgisch.

Konzept und Umsetzung: Saskia Bauer, Ivo Schneider

Im Rahmen des Projektes »Stadt Raum Bewegung« der Kunstakademie zur Emscherkunst 2016

Datum: 9.-14. August 2016


2016 | supergermany3000
© Sebastian Gisi

«Wie geht es Deutschland eigentlich nach mehr als 20 Jahren der Wiedervereinigung?»

Diese Fragen stellten sich sechs Künstler:innen rund um Sebastian Gisis Projekt Supergermany 3000. Für zwei Wochen mieten sie einen Auto und fahren damit durch ganz Deutschland. Nach mehr als 3000 Kilometer findet die Reise ihren Höhepunkt bei der Rückkehr nach Essen und dem Besuch von Angela Merkel für eine Wahlkanpfveranstaltung der OB Wahlen in derselbigen Stadt, kurz nachdem die amtierende Bundeskanzlerin an einer Pressekonferenz den einprägsamen Satz, Wir schaffen das, von sich gab.

Was bedeutet es, in Denim auf Jobsuche zu sein? Wieso sieht ein Fischer auf Fehmarn keine Zukunft mehr für sein Gewerbe? Was treibt die Bewohner:innen aus Zwickau um, der Stadt, von der aus der NSU tätig war?

In der abendfüllenden Performance verhandeln die neun Künstler:innen all diese Themen und noch viel mehr gekonnt und mit einer Prise Humor auf der Bühne und nehmen das Publikum mit auf die abendteuerliche Reise durch ganz – naja – fast ganz Deutschland.

Konzept und Regie: Sebastian Gisi

Beteiligte Künstler:innen: Saskia Bauer, Lilian Ferri, Celine Bellut, Vasko Damianov, Jasper Schmitz, Ivo Schneider.

Das Projekt entstand im Rahmen der Folkwang LAB Förderung „Impuls_GlaubeHoffnungLiebe“.

Datum: September 2016

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2015 | es wird sogar schön
© es wird sogar schön

Vom 26. Juni bis zum 19. Juli 2015 bespielten Studierende unterschiedlicher Sparten das damals leerstehende Gebäude an der Viehoferstraße 34 in der Innenstadt von Essen. Unter dem Titel «Es wir sogar schön» wurden zahlreiche künstlerische Formate veranstaltet. Von Konzerten, Ausstellungen bis zu Tanzperformances war alles dabei. Der temporäre Off Space entstand als direkte Konsequenz aus dem «Mica Moca» Studienprogramm der Folkwang Universität der Künste in Essen unter der Leitung von Christophe Knoch. Als Teil des Organisations Team renovierte Ivo Schneider zusammen mit anderen Studierenden das leerstehende Gebäude, erstellte die notwendige Basisinfrastruktur für kommende künstlerische Projekte und stellte den Betrieb während der Öffnungszeiten sicher.

«es wird sogar schön» stellt einen der Grundsteine der künstlerischen Arbeiten von Ivo Schneider dar. In dem Projekt ist schon die Auseinandersetzung mit der Frage angelegt, inwiefern die Arbeit an strukturellen Rahmenbedingungen das eigene künstlerische Schaffen beeinflusst.

Konzept und Umsetzung: u.a. Saskia Rudat, Ivo Schneider, Verena Hahn, Marie-Lena Kaiser, Emily Wittbrodt und noch viele mehr.

Datum: 26. Juni – 19. Juli 2015

© es wird sogar schön
© es wird sogar schön

2015 | SÄCHSISCHE SCHWEIZ kollektiv – Stellen Sie sich vor, wir wären in Bern
© Ingo Solms

„Es klingt wie ein Stück von Samuel Beckett oder Thomas Bernhard – nur sind die Protagonisten hier vielleicht ein bisschen jünger: Ein Paar sitzt auf einer Parkbank und redet. Über Gott, die Liebe, die Welt. Kommt von philosophischen Betrachtungen über Akrobatik oder Botanik zu neuen Welterklärungsmodellen. So das schlichte Setting in der nun in der Kölner Studiobühne gezeigten Performance „Stellen Sie sich vor, wir wären in Bern“. Die beiden Schauspieler Saskia Rudat und Ivo Schneider sind die beiden Mittzwanziger, die in ihrem selbstgeschriebenen Stück dem Dasein auf den Grund gehen wollen, sprechend, tanzend, jonglierend. (…) Eine amüsante und schlaue Dialog- Performance zweier Nachwuchs-Schauspieler, die denkend und redend durch die Theoriegeschichte mäandern.“ (wdr5, Autorin: Nicole Strecker)

Sprache ist Bildgewaltig und möglicherweise eine der Eindeutigsten Ausdrucksmöglichkeiten für das, was in unseren Köpfen so vorgeht. Um also zu teilen, was in unseren Gehirnwindungen Chaos anrichtet, gehen wir dieses Mal beinahe nackt auf die Bühne. Ohne Figur, ohne Musik, ohne Lichtspecials. Da ist nur diese Bank. Und auf dieser Bank sitzen wir und lassen uns von unserem eigenen Text, dem Jetztmoment und unserem Miteinander in die tiefen unserer Gedanken tragen. Aktuell, nah und pur. Denn die Grenzen zwischen Performer und Privatperson verschwimmen. Was wissen wir über Liebe, über Wissenschaft, über Politik, über Geschichte, über die Welt? Was bringt uns dieses Wissen? Wie kategorisieren und bewerten wir all unsere Informationen? Welche Schlüsse ziehen wir? Gut oder schlecht? Es gibt Momente der Absoluten Klarheit und Momente des Verlorenseins und manchmal vielleicht sogar beides gleichzeitig. Wissen und verstehen wir jetzt alles, oder nichts mehr?

Wenn das Wort für Denken und Phantasie durchlässig wird entfalten sich dessen Magie und Antriebskraft zu einer Art Kettenreaktion. Dabei lässt die Abwesenheit jeglicher anderer Mittel genau diesen Prozess Blüten tragen: wir werden Physisch, wir werden emotional, wir spinnen Utopien, Dystopien, und eine Menge Blödsinn. Aus nichts kann alles entstehen.

Konzept und Regie: Jakob Arnold , Saskia Rudat und Ivo Schneider

Spiel: Saskia Rudat und Ivo Schneider

Eine Koproduktion von SÄCHSISCHE SCHWEIZ kollektiv und Studiobühne Köln im Auftrag von west off 2015 – Theaternetzwerk Rheinland

Ausgezeichnet mit dem »Freifahrts Preis« des zeitzeug_festival Bochum 2016

Webiste SÄCHSISCHE SCHWEIZ kollektiv

Interview Zeitzeug Festival

© Ingo Solms
© Ingo Solms

2014 | Rinderwahn

Die Schweiz – Urmutter der Demokratie. Vorzeigestaat in Sachen Mitbestimmung. Erfolgreich und stolz darauf. Als gebürtiger Schweizer befasste sich Ivo Schneider während seines Physical Theatre Studiums in Essen vertieft mit seiner Herkunft.

Plötzlich in einem anderen Land lebend, schärfte der Perspektivenwechsel auf die alte Heimat die Konturen des fast schon heilig anmutenden Heidi- Bildes der Schweiz: Hier ist alles in Ordnung. Unsere Vergangenheit ist gespeist von Wehrhaftigkeit und moralischer Überlegenheit. Die Neutralität – das oberste Gebot wenn es um auswärtige Angelegenheiten angeht – oder einfach eine Mauer des Schweigens und ein schönreden der Vergangenheit.

Kein Wunder wird der Aufstieg der rechtspopulistischen Partei in der Schweiz gerne mal kleingeredet.

Mit Rinderwahn verhandelte Ivo in der Figur eines wehementen Gegners der Enthornung von Kühen, die scheinheilige Debatte um Tradition und das festhalten an alten Glaubensätzen. Entgegen der allgemeinen Meinung in der Schweizer Bevölkerung, trägt auch die Schweiz Verantwortung an Vergangenem und kann sich nicht einfach hinter einer vorgehaltenen Neutralität verstecken.

Das Kurzstück ist eine Produktion von Ivo Schneider und dem Studiengang Physical Theatre an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 

Datum: 23. Mai 2014

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